Vergangenheit
“Wir sind die Roboter” eine Theaterarbeit der Kosmonautenschule Weimar
Teil 1Dokumentation erarbeitet von Bettina Jähde und Torsten Jantz
„Performative Landung in Leipzig” (23.11.2007)
Kultiviert Anders, ein junger Leipziger Kulturverein, dessen Engagement auf das Vermitteln kultureller Kompetenz und das Fördern künstlerischer Aktivität gerichtet ist, hat Saugkultur eingeladen, eine studentische Initiative gegen Kulturdepression und für freie Entfaltung kreativen Potentials. Saugkultur hat die Kosmonautenschule Weimar zur Landung herausgefordert. Das Ergebnis war eine Performance der Initiatoren der Kosmonautenschule Weimar auf der Party: Who put the L.
Das Setting: 1 von der Party hermetisch abgetrennter Raum , 1 Tisch, 1 Fragenkatalog, 4 Kosmonauten, 1 Kameramann, 1 Beamer, 1 Projektionsfläche, 1 Audioschnittplatz, blaues Licht, blaue Blumen.
Das Ziel der Aktion bestand darin, Fantasien kulturinteressierter junger Menschen zu sammeln, welche weiterführend in die Planung künftiger Projekte der Kosmonautenschule Weimar einfliessen. Die Auseinanderseztung des Einzelnen mit seiner Umwelt und der Perspektive eines Reisenden, der die Erde als kontextbasierendes Ereignis im öffentlichen Weltraum betrachtet und seine Interaktion mit der Umwelt als performative Einwirkung in codierte Verhaltensstrukturen des Menschen begreift, stellte den Mittelpunkt der Situation dar. Die Herausforderung der Untersuchungssituation für den Gast bestand darin, die passive Rolle des Rezipienten zu verlassen und die eigene Wirklichkeit so auszulagern, das seine Realität durch sein Antworten auf Fragen den Situationsverlauf steuert.
„Kunst im Weltraum-Träume und Trauma”
Dieses Seminar diente dazu, grundlegendes zum Thema Kunst im Weltraum zu vermitteln. Geschichte, derzeitige Akteure und aktive Organisationen wurden präsentiert.
„Thinktank”
Thinktank ist ein regelmäßiges Treffen, wo im freien Diskurs darüber kommuniziert wird, wie man Kunst im und mit Weltraum realisieren kann. Als Ideenschmiede und Treffpunkt genießen die Teilnehmer in diesen Workshops eine Atmosphäre voller Möglichkeiten.
Im Rahmen eines Wochenendworkshops, wurde der Prototyp „Mondlander”(PPLV) konstruiert, um eine Diplomarbeit über Fernsehgeschichte zu unterstützen. Diese Arbeit ist ein konkretes Resultat des „Thinktank”.
„Erfassung der psychischen Zentrifugalkraft”
Die Kosmonautenschule rekrutierte im Rahmen der Installation „Empirische Erfassung der psychischen Zentrifugalkraft” weitere Anwärter. Dazu wurde die Fassade, des der Kosmonautenschule Weimar im Oktober zur Verfügung gestellten Hauses, in die Kommunikationsfarbe getaucht und das Logo durch einen Graffitikünstler darauf gesprayt. Der Ansatz der Aktion bestand darin, in einem Raum des Objektes eine medizinische Untersuchungs- situation herzustellen, in die Passanten eingeladen wurden und Fragen beantworteten. Der Untersuchungsleiter
(Markus Fennert, Schauspieler, DNT Weimar) arbeitete den Fragenkatalog ab. Dabei assistierten ihm Nico Dietrich, Marco Seeling, Hendrik Müller und Cornelia Kahlert. Das Ziel der Aktion bestand darin, weitere Anwärter zu rekrutieren, als auch weiterführende Inhalte der Kosmonautenschule Weimar durch die Auswertung des Videomaterials und der Fragebögen zu bestimmen. Die besonders durch die Frage nach der Erwartung des Einzelnen an die Kosmonautenschule beantwortet wurden.
„Entwürfe der Schuluniformen” (13.09.2007)
Die ersten Entwürfe der Schuluniformen der Designerinnen Claudia Köcher und Claudia Solle und der Kostümbildnerin Cornelia Kahlert, wurden in der Galerie des C. KELLER WEIMAR präsentiert.
Parallel dazu platzierte sich der Schauspieler und Aktionskünstler Jonathan Loosli auf dem Theaterplatz in Weimar. Das Ergebnis der Installation waren 40 registrierte Neuanmeldungen. Das Raum- und Lichtdesign des Veranstaltungsortes, sowie die Installation „Arche - Ein Versuch zu Reisen”, produzierten Hendrik Müller und Marco Seeling. Das Rahmenprogramm bildete die Elektrogruppe „Feuerzeug” mit einer elektroakustischen Raumvermessung.
„Landung im Theaterfest” (08.09.2007)
Der Schauspieler Thomas Braungardt führte durch das Deutsche Nationaltheater Weimar. Dazu wurden im Rahmen des Theaterfestes, bei dem das Theater einen Tag für die Öffentlichkeit zugänglich ist und die neue Spielzeit 2007/2008 eröffnet wurde, verschiedene Stationen im Schauspielhaus aufgebaut, die auf unterhaltsame Weise die Kosmonautenschule symbolisch präsentierten. Mehrere Gruppen von Zuschauern wurden an diesem Abend entlang des Kosmonautenweges „Die Reise zum Mond” geführt. Die Kooperation zwischen Kosmonautenschule Weimar und dem Deutschen Nationaltheater Weimar wurde damit eingeleitet.
„Visuelle Expedition” (07.07.2007)
Durch die Veränderung des Raum-, Klang- und Lichtkonzeptes im C. KELLER WEIMAR wurde die gewohnte Wahrnehmung des Ortes durch die Kosmonautenschule Weimar verändert. Parallel dazu, platzierte die Kosmonautenschule Weimar den Schauspieler und Aktionskünstler Jonathan Loosli, uniformiert und mit Schreibtisch und Schreibmaschine bestückt im Veranstaltungsort, um Anwärter zu rekrutieren. Es wurden an diesem Tag 60 Neuanmeldungen eingereicht. Der Abend endete mit einer Kosmonautenparty im C. KELLER Weimar.
„Besetzung einer Radiostation” (03.07.2007)
Die erste Aktion zur Rekrutierung an der Kosmonautenschule Weimar startete mit einer Sendung im Regionalradiosender RADIO LOTTE in Weimar. Das Ziel war, mit dem ersten öffentlichen Ausruf des Manifestes der Kosmonautenschule Weimar an die Öffentlichkeit zu treten. Dazu inszenierte die Kosmonautenschule eine Besetzung des Senders bzw. des Studios. Mittels vorproduzierter Klangcollagen, mit auditiven Versatzstücken der Rundfunkpionierzeit, wurde ein Übergang in die Sendung geschaffen. Der Regisseur Nico Dietrich verlas das Manifest und wurde vom Moderator interviewt. Es folgte eine Lesung der „Robotermärchen” von Stanislaw Lem durch die Schauspielerin Ina Piontek (DNT Weimar) und den Schauspieler Thomas Braungardt (DNT Weimar).


